Die Beugungsunschärfe

Es gibt Situationen beim Fotografieren, bei denen man das gesamte Bild scharf abgebildet haben möchte. Oft bei Makro oder Landschaftsaufnahmen. Normalerweise schließt man die Blende für eine größere Schärfentiefe. Doch die Wahl einer hohen Blendenzahl hat einen Hacken.

Man könnte sich vorstellen, dass je weiter man abblendet, das Foto auch schärfer wird. Doch weit gefehlt, das ist leider nicht so. Der Grund darin liegt in der Beugungsunschärfe. Bevor jetzt ein Motiv abgelichtet wird, und das Licht durch das Objektiv auf den Sensor trifft, muss es die Blendenöffnung passieren. Je kleiner nun die Blendenöffnung ist, desto weniger Möglichkeit bleibt dem Licht, sich geradlinig auszubreiten. Daher verschwinden feine Details und das Foto wirkt matschig.

Man sollte festhalten, das die Zusammenhänge von Abbildungsfehlern, Schärfentiefe und Bildschärfe eines Objektives wie folgt sind:

– Bei geschlossener Blende – hohe Blendenzahl,
z.B. 22, 32 etc. – ist die Schärfentiefe hoch, es werden also weite Teile des Fotos scharf abgebildet. Eventuelle Abbildungsfehler des Objektives verringern sich, die Beugungsunschärfe nimmt aber zu, daher leidet die Gesamtschärfe des Fotos je weiter man abblendet.

– Bei offener Blende – niedrige Blendenzahl,
z.B. 3,6, 2,4 etc. – ist die Schärfentiefe gering, es wird nur ein kleiner Bereich im Bild scharf abgebildet. Die Beugungsunschärfe ist sehr gering, doch sind die Abbildungsfehler (Verzeichnungen, Vignettierung etc.) jetzt am größten.

Wie findet man jetzt die optimale Blende?
Pauschal kann man nicht festlegen, welches jetzt die optimalste Blende ist. Letztlich ist jede Blendenöffnung ein Kompromiss aus Schärfentiefe und Beugungsunschärfe.

Ein sehr guter Kompromiss sind Blendenöffnungen im Bereich von f=5,6 bis F=11 bei denen man eine gute Schärfentiefe hat und die Beugungsunschärfe noch sehr gering ist.

Es ist grundsätzlich so, das man mit Sensoren mit großen Pixeln weiter abblenden kann als mit Sensoren mit kleinen Pixeln. D. h. bei Consumerkameras, die Sensoren mit kleinen Pixeln haben, sollten man nicht weiter als f=5,6 abblenden und bei Sensoren mit großen Pixeln auch schon mal bis f=11.

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