Das Stativ

Das Stativ gehört zu jeder Fotoausrüstung, da sein Einfluss auf die Bildschärfe, bzw. die gesamte Bildqualität sehr entscheidend ist. In erster Linie soll das Stativ dafür sorgen, dass das Bild nicht mehr verwackelt ist. Es wird aber auch gebraucht um den Bildausschnitt genau einzurichten oder um in der z. B. Tierfotografie unbemerkt Aufnahmen mit Funkauslöser zu machen. Um die Funktion „Touristremover“ in Photoshop Elements zu nutzen, ist ein Stativ unumgänglich, da man verschiedene Aufnahmen von einem Standpunkt in einem bestimmten Intervall benötigt bzw. für HDR Aufnahmen etc. Die Einsatzmöglichkeiten sind schier unerschöpflich, und jedes Einsatzgebiet braucht entsprechende Stative.

Wann aber benötigt man ein Stativ tatsächlich?

Immer dann, wenn die Belichtungszeit in Zusammenhang mit der Brennweite so lang wird, dass die Aufnahme nicht mehr aus der Hand gemacht werden kann – je länger die Brennweite, desto kürzer sollte die Belichtungszeit sein, damit man noch ohne Stativ arbeiten kann.

Als Faustregel sollte man sich merken, dass die Brennweite in Sekunden nicht länger als der Kehrwert der Brennweite in Millimeter sein sollte. D. h. wenn man nun mit einer Brennweite von 80 mm fotografiert, sollte die Belichtungszeit nicht länger als 1/80 Sekunden sein. Wenn der ermittelte Zeitwert an der Kamera nicht einzustellen geht, dann stellt man immer den nächst kleineren Wert ein.
Natürlich kann die Belichtungszeit durch einen Bildstabilisator um eine Belichtungsstufe verlängert werden, aber darüberhinaus ist es erforderlich für scharfe Bilder mit einem Stativ zu arbeiten.

Eine Bauart von Stativen ist das Einbeinstativ, mit diesem erreicht man den nötigen Halt in vielen Situationen, in denen man mit einem Teleobjektiv fotografiert. Ab einer Brennweite von 150 mm ist so ein Stativ Pflicht.

Das Einbeinstativ ist klein, handlich und kann ggf. auch als Wanderstock mit benutzt werden.

Das klassische Stativ ist das Dreibeinstativ. Dieses ist in verschiedenen Größen und Ausführungen erhältlich. Wichtig ist bei einem Dreibeinstativ, dass es eine gewisse Grundschwere besitzt, und dass es mit dem Gewicht der Kamera und des Objektives leicht belastet werden kann. Um dem Dreibein eine noch bessere Standfestigkeit zu verleihen, kann man bei einigen Stativen an der Mittelsäule einen Sandsack anhängen, denn schon der kleinste Windhauch kann für Verwacklungen sorgen.

3D-Kopf

Zu einem Stativ benötigt man zusätzlich einen Stativkopf mit einer Schnellwechselplatte, diese gibt es in verschiedenen Ausführungen – Kugelkopf für schnelle Handhabung, 3D-Kopf, der die einzelne Einstellung aller 3 Ebenen zulässt.

Getriebekopf

Und der Getriebekopf, der wie ein 3D-Kopf arbeitet, bei dem aber über ein Getriebe eine Schraubendrehung in Neigung und Schwenkung umgesetzt wird.

Das richtige Aufstellen eines Dreibeinstativs

Ein Stativ richtig aufzustellen ist manchmal etwas schwierig. Hier ein paar Hilfestellungen, die zeigen sollen worauf es beim Aufstellen eines Dreibeinstaivs ankommt.

– Beim Aufstellen sollte immer ein Bein des Stativs in Richtung zum Motiv zeigen, es gibt nichts ärgerlicheres als ein aus Versehen verschobenes Stativ. Das kann sehr leicht passieren, wenn ein einzelnes Bein zum Fotografen zeigt.

– Der Stativteller sollte, wenn möglich, immer waagerecht ausgerichtet sein, als Hilfe dafür haben die meisten Stativköpfe kleine Wasserwaagen. Der Vorteil ist, dass die Kamera dann auch bei Schwenks für z. B. Panoramaaufnahmen gerade ausgerichtet ist.

– Für die Höhenverstellung sollten immer erst die Stativbeine ausgefahren werden und nicht gleich die Mittelsäule, da dann die Stabiltät besser ist. Die Mittelsäule sollte auch nur im Innenbereich ausgefahren werden.

– Die dicken Beine eines Statives sind besser. Zur Höhenverstellung ist es immer besser, erst die dicken Beinauszüge zu nutzen und danach, wenn benötigt auch die dünneren Beinteile. Das ist für die Stabilität des Stativs besser.

– Wenn man mit einem Dreibeinstativ arbeitet, sollte man auch einen Fernauslöser benutzen, damit man nicht für Verwackelungen sorgt beim Scharfstellen bzw. Auslösen.

Alternativ zu einem Stativ kann man auch ein sogenanntes Bandstativ benutzen. Beim Bandstativ wird eine Schraube mit Öse an die Unterseite der Kamera geschraubt. Nun befestigt man das eine Ende des Bandes an der Kamera, und am anderen knotet man eine Schlaufe, die man um den Fuß legt. Das Band muss so gekürzt werden, dass wenn die Kamera hochgedrückt wird man den Sucher gerade vor das Auge halten kann. Wichtig bei dieser Lösung ist eine ruhige Atmung – erst auslösen, wenn ausgeatmet ist.

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